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Dilara Demirdögen, Institut für deutsche Sprache und Literatur II

Thema: Wie rezipieren Kinder Bilderbuch-Apps? Eine explorative Studie zu literarästhetischen Erfahrungen mit digitalen Kinderbüchern

Betreuer: Prof. Dr. Michael Staiger

Dilara Demirdögens Masterarbeit widmet sich mit der Untersuchung der pädagogischen Potentiale von Bilderbuch-Apps im Kontext des literarästhetischen Lernens in der Grundschule – und somit einem zentralen Desiderat der Deutschdidaktik.

Ausgehend von einer ausführlichen und reichhaltigen Darstellung des Forschungsstands zur Differenz von Lesekompetenz und literarischer Kompetenz wird letztere in ihrem Gehalt als ästhetisches Erlebnis eines rezipierenden Subjekts stark gemacht. Die theoretischen Reflexionen der Masterarbeit werden auf hervorragende Weise mit qualitativ-empirischer Forschung verbunden, die mit großem Aufwand betrieben wurde. So vergleicht Frau Demirdögen die ästhetische Aneignung von Kindern im Fall der Bilderbuch-App »Die große Wörterfabrik« mit derjenigen von deren Print Pendant. Hierbei kommt die Verfasserin zu ausdifferenzierten Folgerungen, bei denen einerseits die interaktiven, audiovisuellen und narrativen Dimensionen der App herausgearbeitet und in ihren Qualitäten betont werden. Andererseits legt die Rezeptionsweise des Buchs den Schluss nah, dass hier detailliertere und komplexere Implikationen für die kindlichen Leser:innen zu beobachten sind. Die Verfasserin betont daher, dass es einen dringenden Handlungsbedarf in Wissenschaft und schulischer Praxis gebe, was den Einsatz solcher Apps für das literarästhetische Lernen angeht.

Die Masterarbeit besticht durch ein klug konzipiertes Forschungsdesign, eine vorbildliche Verbindung von Theorie und Empirie sowie durch eine prägnante, stets auf Verständlichkeit ausgerichtete Sprache. Schließlich versteht sie es, ihre Ergebnisse in einer plausiblen didaktischen Forderung zu bündeln, und wurde aus diesen Gründen von der Jury für preiswürdig erachtet.

 

Offermann-Hergarten Preis 2019

Dr. Charlotte Jaekel, Dr. Daniel Gutzmann (IdSL I), Dr'in Nadine Seidel (IdSL II, Link zur Publikation) und Dr'in Sabine Stephany (IdSL II) werden mit dem Offermann-Hergarten-Preis 2019 ausgezeichnet. Damit gehen 4 der 5 diesjährigen Offermann-Hergarten-Preise an die Fächergruppe 3 (Germanistik). Wir freuen uns und gratulieren herzlich!

Die Offermann-Hergarten-Stiftung sieht ihre Aufgabe darin, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu fördern, indem wissenschaftliche Abhandlungen, die schon veröffentlicht und damit stiftungsgemäß der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind, mit einem Geldpreis ausgezeichnet werden, der sowohl als Belohnung für Geleistetes als auch als Grundlage für weitere die Arbeit Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen angesehen werden kann.

Der Vorstand der Offermann-Hergarten-Stiftung wird die Offermann-Hergarten-Preise im Rahmen einer Feierstunde verleihen.

Zeit:    Donnerstag, 21. November 2019, 18 Uhr
Ort:     Neuer Senatssaal im Hauptgebäude

 

 

Preis für Dr'in Lena Hoffmann
Dr'in Lena Hoffmanngewinnt den Book Award der IRSCL

Die ALEKI-und Institutsmitarbeiterin Dr'in Lena Hoffmann hat für ihre 2018 erschienene Dissertation „Crossover Mehrfachadressierung in Text, Markt und Diskurs“ den diesjährigen BookAward der International Research Society for Children's Literature (IRSCL) gewonnen, der auf der diesjährigen Jahrestagung des IRSCL in Stockholm verliehen wurde. Die IRSCL zeichnet alle zwei Jahre herausragende Forschungsarbeiten im Feld der Kinder-und Jugendliteratur aus. Lena Hoffmann hat in ihrer Arbeit generationenübergreifend rezipierte Literatur in diachroner und komparatistischer Perspektive untersucht (von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart). Dabei begreift sie Crossover als Systemphänomen, das Kinder-und Jugendliteratur und Allgemeinliteratur als Systeme mit ihren je eigenen Regeln abbildet und entwickelt aus dem Begriff der Mehrfachadressierung ein literaturwissenschaftliches Analysetool.

Prof‘in Dr'in Kirsten Schindler und ihre Mitarbeiterinnen, Sabrina Schumacher und Lena Mertens, wurden am 15. November 2018 beim Gender Forum der Universität zu Köln mit dem Jenny Gusyk Preis für „Innovation“ ausgezeichnet.
Der Jenny Gusyk Preis wird alljährlich in drei Kategorien an herausragende Projekte zur Familienfreundlichkeit und Gleichstellung, zur familienfreundlichen Führung und einer genderbezogenen Abschlussarbeit verliehen. Die Preisträgerinnen des IDSL II erhalten den mit 3.000 Euro dotierten Preis für ihr Konzept des Familientags und der Spielekisten der Philosophischen Fakultät.

 

 

Dr'in Lotte Weinrich, Studienrätin im Hochschuldienst am IDSL II, hat Ende 2018 den Lehrpreis der Philosophischen Fakultät erhalten. Mit dieser Auszeichnung werden Evaluationsergebnisse von Lehrveranstaltungen gewürdigt, die von besonders großer Studierendenzufriedenheit zeugen.

 

 

Dr'in Katrin Kleinschmidt-Schinke, Akademische Rätin (a. Z.) in der Sprachdidaktik und Sprachwissenschaft des Deutschen am IDSL II, wurde am 17. September 2018 anlässlich des 22. Symposions Deutschdidaktik in Hamburg der Förderpreis Deutschdidaktik verliehen.
Mit dem Förderpreis Deutschdidaktik werden Nachwuchswissenschaftler/-innen, die sich in der Didaktik der deutschen Sprache und Literatur durch hervorragende Arbeiten profiliert haben, ausgezeichnet. Das Kuratorium der „Stiftung zur Förderung der Didaktik der deutschen Sprache und Literatur“ würdigt mit diesem Preis die hervorragende Dissertation von Katrin Kleinschmidt-Schinke zur Lehrersprache, mit der ein neuer Blick auf die Interaktion zwischen Lehrkraft und Schüler möglich wird.

 

 

Dr. Felix Giesa erhielt im Dezember 2016 für seine Dissertation „Graphisches Erzählen von Adoleszenz. Deutschsprachige Autorencomics nach 2000“ den Preis der Offermann-Hergarten-Stiftung.

Laudatio: „Bei der zweiten der heute auszuzeichnenden Arbeiten handelt es sich um eine literaturwissenschaftliche Dissertation. Welches sind Gegenstände der Literaturwissenschaft? Die meisten von uns würden bei dieser Frage an die „klassischen“ Gattungen denken: an das Drama (das wir seit der Antike kennen), den Prosaroman (der in der Spätantike entstanden ist) oder die Novelle (der wir in der frühen Neuzeit das erste Mal begegnen). – Um alles dies geht es hier nicht, sondern um eine sehr junge Textgattung, die lange Zeit auch gar nicht als „würdiger“ Gegenstand literaturwissenschaftlicher Forschung erachtet wurde: Es geht um Comics, also ein Genre, das im 20. Jhd. einen enormen Aufschwung nahm, aber erst seit recht kurzer Zeit als literarische Form ernst genommen wird. Breitere Anerkennung wurde dem Comic bzw. der Graphic Novel erstmals zuteil, als Art Spiegelmans Werk „Maus. A Survivor’s Tale“ im Jahr 1992 als erster Comic mit dem Pulitzer Prize ausgezeichnet wurde.
Obwohl sich der Comic inzwischen als komplexes episches Genre etabliert hat, finden sich in der Forschung erst wenige Ansätze einer Theorie des graphischen Erzählens. Angesichts dieser Forschungslage präsentiert Felix Giesa nicht nur eine überzeugende empirische Studie, sondern leistet auch theoretisch-methodische Grundlagenarbeit und liefert einen wichtigen Beitrag zur literaturwissenschaftlichen Comictheorie.
In der eigentlichen Untersuchung analysiert Herr Giesa Comics, die sich mitm Thema derAdoleszenz – also mit dem Erwachsenwerden – beschäftigen. Anhand der ausgewählten Adoleszenzcomics von Mawil Wir können ja Freunde bleiben (2005), Flix sag was (2004), Kati Rickenbach Jetzt kommt später (2011), Naomi Fearn Dirt Girl (2004), Arne Bellstorf acht, neun, zehn (2005) und Aisha Franz Alien (2011) führt Felix Giesa gekonnt in die Funktionsmechanismen innovativer Bild-Text-Narrative ein. Überdies gelingt es ihm, zu zeigen, dass die Comics Adoleszenzerfahrungen auf eine überraschende und differenzierte Weise zur Darstellung bringen, die auch eine Revision gängiger jugendsoziologischer Befunde erfordert. Insofern weisen die Ergebnisse seiner Arbeit über den Horizont der Literaturwissenschaften hinaus. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung.“

 

 

Prof‘in Dr'in Kirsten Schindler wurde 2014 der Lehrpreis der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln verliehen. Zur Übersicht aller Preisträger*innen gelangen Sie hier.