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Projekte

Forschungsschwerpunkte: Zweitspracherwerb, Didaktik des Unterrichts Deutsch als Zweitsprache, Inklusion

 

(1)  Habilitationsprojekt „Erwerb des Deutschen als Zweitsprache durch Kinder und Jugendliche russischer Erstsprache. Bedingungen und Verläufe“ (Betreuung: Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek)

Das Erkenntnisinteresse liegt insbesondere in der Erforschung der Zweitspracherwerbssituation der o. g. Zielgruppe. Es wird exploriert, in welchem Zusammenhang die zweitsprachliche Kompetenz dieser Kinder und Jugendlichen mit den ausgewählten Einflussfaktoren auf den Zweitspracherwerb steht, die Rolle dieser Faktoren wird interpretiert und ihre indikatorische Aussagekraft bewertet. Im Rahmen des Projektes wurden folgende empirische Daten zu Proband/innen erhoben: soziodemographische Daten (Elternfragebögen), Daten zu den Erwerbs- und Nutzungsbedingungen der Zweitsprache Deutsch (problemzentrierte Leitfadeninterviews), Daten zum Arbeitsgedächtnis und Sprachverarbeitungsgeschwindigkeit (WISC IV), Sprachkompetenz in der Zweitsprache Deutsch (ADST, schriftliche und mündliche Textproduktionsaufgaben, Grammatiktest Gebele).

(2)  MASDIGU ─ Materialgestütztes argumentierendes Schreiben mit digitalen Medien im sprachsensiblen Geographieunterricht: Entwicklung eines digitalen Adventurespiels zu einem Raumnutzungskonflikt in Köln (Start März 2022)

MASDIGU wird aus Drittmitteln der RheinEnergie Stiftung Jugend Beruf Wissenschaft finanziert (2022 ─ 2024).

Die Forderung nach dem Einsatz digitaler Medien im schulischen Unterricht ist derzeit aktueller denn je. Wie genau die digitalen Möglichkeiten in einem sprachsensiblen Fachunterricht genutzt werden können bzw. wie sie sowohl zur Entwicklung von sprachlichen, fachlichen als auch von digitalen Kompetenzen von Schüler:innen beitragen können, stellen dabei relevante offene Diskussionsfragen dar. Bestenfalls sind diese in Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen von Fach- und Deutschdidaktik, Medienpädagogik und Spieleentwicklung zu bearbeiten. Das interdisziplinäre Projekt MASDIGU verortet sich in diesem Diskurs und fokussiert das Potenzial von digitalen Spielen für den Aufbau von schriftlichen Argumentationskompetenzen beim materialgestützten Schreiben im Geographieunterricht.

Bisher belegen Studien, dass sich digitale Spiele auch zur Wissensvermittlung eignen und zudem die Lernmotivation von Schüler:innen erhöhen können (vgl. z.B. Squire 2011). Darüber hinaus konnte bereits mehrfach gezeigt werden, dass digitale Spiele Literalitätspraktiken zu fördern in der Lage sind. Allerdings wurde bislang nicht untersucht, inwieweit digitale Spiele auch im Rahmen der Unterstützung von materialgestützten Argumentationen geeignet sind. Mit dem Projekt MASDIGU setzen wir hier an und untersuchen u.a. die Frage, wie ein digitales Adventurespiel so umgesetzt werden kann, dass die Kompetenzen von Schüler:innen zum materialgestützten argumentativen Schreiben der 8. Jahrgangsstufe im Geographieunterricht gefördert werden. Von Interesse ist für uns auch, inwieweit das Spiel für unterschiedliche Schüler:innen (hinsichtlich des Leistungsniveaus, des sonderpädagogischen Förderbedarfs, der Sprachkenntnisse) motivierend, verständlich und leicht bedienbar ist.

Für den Unterricht in Klassen, die sich durch einen hohen Grad an Heterogenität auszeichnen, gehen wir von der These aus, dass das besondere Potenzial von digitalen Spielen darin bestehen kann, durch ein (medial) varianzreiches Angebot von Darstellungsformen in den verwendeten Materialien verschiedene Zugriffsmöglichkeiten auf Informationen zu eröffnen. Didaktisch ermöglichen die unmittelbar zugänglichen Feedback- und Hinweiskomponenten auch eine Binnendifferenzierung (vgl. Schmitz/Czauderna 2010).

(3) Forschungsprojekt „SpiGU ─ Sprachsensibel Lehren und Lernen im inklusiven Geographieunterricht: Unterstützungsformate beim materialgestützten argumentativen Schreiben (Projektleitung: Prof. Dr. Alexandra Budke, Dr. Diana Gebele, Prof. Dr. Alexandra L. Zepter)

Gefördert aus dem Innovationspool Sonderpädagogik der Universität zu Köln

Obgleich das Desiderat einer (bildungs-)sprachsensiblen Gestaltung des schulischen (Fach-)Unterrichts in den einschlägigen Diskursen zunehmend Beachtung erfährt, werden die Möglichkeiten für die Aneignung bildungs- und fachsprachlicher Kompetenzen in inklusiven Lernsettings bis dato nur selten diskutiert. Hier setzt SpiGU an und nimmt das materialgestützte argumentative Schreiben zu geographischen Themen in den Fokus. Obwohl grundlegend für den Geographieunterricht, ist die Entwicklung von fachlichen Belegen für Argumentationen aus unterschiedlichen Materialien (u.a. Diagramme, Karten, Texte, Statistiken) noch kaum erforscht; auch umfängliche, empirisch fundierte Erkenntnisse zu Schreibprozessen im Geographieunterricht gibt es noch nicht.

Ziel von SpiGU ist es, zu ermitteln, wie unterschiedliche Schüler/innen in einer inklusiven Sekundarstufe I die Fähigkeit erlangen können, Material so zu nutzen, dass verschiedene Perspektiven auf einen geographischen Fachgegenstand erkannt und verstanden, eine schlüssige Argumentation der eigenen Sichtweise entwickelt und sprachlich (schriftlich) zum Ausdruck gebracht werden. Dafür wählt SpiGU exemplarisch das Thema Raumgestaltung, bei dem in der 8. Jahrgangstufe räumliche Nutzungskonflikte zu ermitteln und die Sichtweisen von am Planungsprozess beteiligten Akteuren zu durchdringen sind, sowie weiterführend ein eigener Standpunkt argumentativ zu entwickeln ist.

Eine zentrale Herausforderung bei einer solch komplexen Aufgabe besteht darin, allen Schüler*innen unabhängig von ihren individuellen Lernausgangslagen Teilhabe und Lernfortschritt zu ermöglichen. Um genauer zu verstehen, wie dies erreicht werden kann, werden zunächst die Herausforderungen unterschiedlicher Schüler/innen beim materialgestützten argumentativen Schreiben in einer inklusiven Klasse erhoben. Auf der Grundlage der Ergebnisse entwickelt und erprobt SpiGU verschiedene Unterstützungsformate in den Bereichen Lesen sowie Planen und Formulieren von argumentativen Texten. Zweck der Unterstützungsformate ist es, den komplexen Prozess der Materialbearbeitung zu entlasten und abgestimmte Förderangebote zu schaffen.

SpiGU verknüpft das Forschungsprojekt mit einem Lehrprojekt, indem Studierende im Lehramt Sonderpädagogik im Rahmen von interdisziplinären Seminaren in die Entwicklung und Erprobung der Unterstützungsformate mit einbezogen werden.

(4)  Kooperationsprojekt „Sprachliche Bildung“ (Projekteitung: Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek)

Kooperationspartner:

  • Mercator Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
  • Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration (Bezirksregierung Köln und Stadt Köln)
  • 50 Schulen in Köln und Umgebung
  • Language Lab und Media Lab der Zukunftsstrategie LehrerInnenbildung der Universität zu Köln

Das Kooperationsprojekt „Sprachliche Bildung“ verknüpft eine praxisgebundene Ausbildung von Lehramtsstudierenden im Bereich Deutsch als Zweitsprache mit der sprachlichen Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte. Das Kooperationsprojekt setzt sich aus insgesamt vier Teilprojekten zusammen:

  • EINS: Den Einstieg erleichtern: Sprachlich-literarische Förderung von neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern
  • Kleeblatt: Förderung der sprachlich-literarischen Kompetenzen in der Primarstufe
  • Sprachförderung in der Sekundarstufe I
  • In den Ferienschulen werden (neu)zugewanderte Schülerinnen und Schüler über zwei Wochen hinweg sprachlich gefördert.