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Forschungsprojekte

 

Kooperationsprojekt SpiGU ─ Sprachsensibel Lehren und Lernen im inklusiven Geographie-Unterricht. Unterstützungsformate beim materialgestützten ((informierend)-argumentierenden) Schreiben im inklusiven Geographieunterricht. Eine empirische Studie in der Sekundarstufe I (Start Oktober 2019)

Kooperationspartnerinnen (Universität zu Köln):

  • Prof. Dr. Alexandra L. Zepter, Philosophische Fakultät,  IDSL II (Sprachdidaktik, Sprachwissenschaft)
  • Dr. Diana Gebele , Philosophische Fakultät,  IDSL II (Sprachdidaktik, Sprachwissenschaft)
  • Prof. Dr. Alexandra Budke, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Institut für Geographiedidaktik (Geographiedidaktik)

Obgleich das Desiderat einer (bildungs-)sprachsensiblen Gestaltung des schulischen (Fach-)Unterrichts in den einschlägigen Diskursen zunehmend Beachtung erfährt, werden die Möglichkeiten für die Aneignung bildungs- und fachsprachlicher Kompetenzen in inklusiven Lernsettings bis dato nur selten diskutiert. Hier setzt SpiGU an und nimmt das materialgestützte argumentative Schreiben zu geographischen Themen in den Fokus. Obwohl grundlegend für den Geographieunterricht, ist die Entwicklung von fachlichen Belegen für Argumentationen aus unterschiedlichen Materialien (u.a. Diagramme, Karten, Texte, Statistiken) noch kaum erforscht; auch umfängliche, empirisch fundierte Erkenntnisse zu Schreibprozessen im Geographieunterricht gibt es noch nicht.
Ziel von SpiGU ist es, zu ermitteln, wie unterschiedliche Schüler*innen in einer inklusiven Sekundarstufe I die Fähigkeit erlangen können, Material so zu nutzen, dass verschiedene Perspektiven auf einen geographischen Fachgegenstand erkannt und verstanden, eine schlüssige Argumentation der eigenen Sichtweise entwickelt und sprachlich (schriftlich) zum Ausdruck gebracht werden. Dafür wählt SpiGU exemplarisch das Thema Raumgestaltung, bei dem in der 8. Jahrgangstufe räumliche Nutzungskonflikte zu ermitteln und die Sichtweisen von am Planungsprozess beteiligten Akteuren zu durchdringen sind, sowie weiterführend ein eigener Standpunkt argumentativ zu entwickeln ist.
Eine zentrale Herausforderung bei einer solch komplexen Aufgabe besteht darin, allen Schüler*innen unabhängig von ihren individuellen Lernausgangslagen Teilhabe und Lernfortschritt zu ermöglichen. Um genauer zu verstehen, wie dies erreicht werden kann, werden zunächst die Herausforderungen unterschiedlicher Schüler*innen beim materialgestützten argumentativen Schreiben in einer inklusiven Klasse erhoben. Auf der Grundlage der Ergebnisse entwickelt und erprobt SpiGU verschiedene Unterstützungsformate in den Bereichen Lesen sowie Planen und Formulieren von argumentativen Texten. Zweck der Unterstützungsformate ist es, den komplexen Prozess der Materialbearbeitung zu entlasten und abgestimmte Förderangebote zu schaffen.
SpiGU verknüpft das Forschungsprojekt mit einem Lehrprojekt, indem Studierende im Lehramt Sonderpädagogik im Rahmen von interdisziplinären Seminaren in die Entwicklung und Erprobung der Unterstützungsformate mit einbezogen werden.
Das Projekt wird aus kompetitiv eingeworbenen Fördermitteln aus dem Innovationspool Sonderpädagogik der Universität zu Köln finanziert (2019 – 2021).


Kooperationsprojekt BiKET – Entwicklung bildungssprachlicher Kompetenzen im Rahmen von ästhetischen Erfahrungen in Tanzprojekten mit Kindern und Jugendlichen (Start Herbst 2018) 

Kooperationspartnerinnen:

  • Prof. Dr. Alexandra L. Zepter, Universität zu Köln,  IDSL II (Sprachdidaktik, Sprachwissenschaft)
  • Prof. Dr. Corinna Vogel, Hochschule für Musik und Tanz Köln ((Elementare) Musikpädagogik)

Tanzprojekte, die im Rahmen kultureller Bildungsangebote an Schulen durchgeführt und bei denen die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen selber kreativ tätig werden, indem sie eigene Tanz-/Bewegungs-Beiträge zum Stück entwickeln, fordern die Beteiligten auch auf bildungssprachlicher Ebene. In die Arbeit am Stück werden zu verschiedenen Zeitpunkten sprachliche Interaktionen und Gesprächsrunden implementiert, die der Gestaltungsplanung, dem Feedback und der Reflexion dienen können und die den Kindern und Jugendlichen unterschiedliche Sprachhandlungen wie z.B. Beschreiben und Begründen sowohl auf rezeptiver als auch auf produktiver Ebene abverlangen.
Zur empirischen Fundierung und weiteren Theoriebildung in diesem Kontext realisiert das Forschungsprojekt BiKET im ersten Schritt eine qualitative Studie im Feld. Im Fokus stehen übergreifend Forschungsfragen der folgenden Art: Welche spezifischen Beschreibungs- und Begründungsformen bzw. welche spezifischen Beschreibungs- und Begründungskulturen zeigen sich in mündlichen Diskussions- bzw. Reflexionsphasen als Komponenten von kooperativen künstlerischen Gestaltungsprozessen in kreativen Tanzprojekten mit Kindern und Jugendlichen? Wie entwickeln sich in kreativen Tanzprojekten mit heterogenen Schulklassen bei unterschiedlichen Lernerinnen und Lernern (a) die mündlichen Beschreibungs- und Begründungsfertigkeiten im Zuge von Diskussions- bzw. Reflexionsphasen und (b) die künstlerischen (produktiven) Gestaltungsfertigkeiten (die Qualität der kreativ- ästhetischen Performanz)? Und wie korrelieren (positiv oder negativ) beide Ebenen miteinander? Welche Reflexionsimpulse und welche Formen der gezielten (sprachlichen) Unterstützung (Scaffolding) nutzen unterschiedliche Lernerinnen und Lerner in diesem Kontext und im Rahmen welcher Lernprozesse nutzen sie sie?
Die Studie wird aus Drittmitteln der RheinEnergieStiftung Kultur und ergänzend aus Mitteln der Hochschule für Musik und Tanz Köln finanziert. Bewilligt wurden die Mittel bis dato für zwei Jahre (2018 – 2020); der Antrag für die Finanzierung für ein weiteres Jahr befindet sich derzeit in Begutachtung.


Kooperationsprojekt FLIP-I: Forschendes Lernen im Praxissemester ─ interdisziplinär (Start 2016)

Kooperationspartnerinnen (unterstützt vom ZfL (Zentrum für Lehrerinnenbildung), Universität zu Köln

  • Sophia Falkenstörfer, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department für Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Vergleichende Bildungsforschung, wissenschaftliche Leitung Heliosschulen, Universität zu Köln
  • Dr. Caren Keeley, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Heilpädagogik und Rehabilitation, Pädagogik und Didaktik bei Menschen mit geistiger Behinderung, Universität zu Köln
  • Prof. Dr. Alexandra L. Zepter, Philosophische Fakultät, IDSL II, Universität zu Köln

Im Fokus des Projekts steht die qualitativ empirische Beforschung des von Falkenstörfer/Keeley/Zepter entwickelten Formats der Zwei-Disziplinen-Profilgruppe, bei dem Sonderpädagogik-Masterstudierende in ihrem Praxissemester ein interdisziplinäres Studienprojekt entwickeln und dabei systematisch von Dozierenden aus ihrem Fach (hier Deutsch) und ihrem Förderschwerpunkt (hier Geistige Entwicklung) gemeinsam betreut werden.
Mit einem ersten Piloten startete das Kooperationsprojekt im Wintersemester 2016/2017 und wird seitdem (evaluativ modifizierend) regelmäßig angeboten; mit Beginn im WS 2019/20 befindet es sich aktuell im 4. Durchlauf. Dabei wurde bereits im Rahmen des 2. Durchgangs von FLIP-I die qualitativ-empirische Begleitforschung systematisch ausgeweitet: Der gesamte (Beratungs-)Prozess wird videographiert, um anhand der Analyse getätigter Aussagen Entwicklungsverläufe im Kontext interdisziplinären Denkens empirisch rekonstruieren zu können. Besonderes Merkmal ist dabei die Perspektivenübernahme.


Kooperationsprojekt ‚Körper, Sprachgefühl und Übersetzung' (Start 2016)

Kooperationspartnerinnen:

  • Universität zu Köln, Deutschland: Prof. Dr. Alexandra L. Zepter, Deutsche Sprache und ihre Didaktik, IDSL II
  • Universität Bologna, Italien: Dr. Barbara Ivancic, Deutsche Sprache und Übersetzung (Professore associato confermato), Fakultät für Fremdsprachen und Philologien

Im Fokus des Projekts stehen das Übersetzen und die Rolle der Übersetzenden im Übersetzungsprozess und in diesem Bezug die Frage nach dem komplexen Zusammenspiel von kognitiven und körperlichen (d.h. physisch-sinnlichen und emotionalen) Dimensionen.
Blickt man auf Praxisreflexionen von Übersetzerinnen und Übersetzern, so beziehen diese sich häufig auf die konkret-physische körperliche Dimension des Übersetzungsakts bzw. auf ihre emotionalen und sinnlichen Erfahrungen, die eine relevante Einflussgröße in den Übersetzungsprozessen ausmachen (vgl. u.a. Lavieri 2007). In den Übersetzungswissenschaften ist dieser Bezug allerdings bis dato noch eher selten (eine Ausnahme bildet die hermeneutisch orientierte Übersetzungsforschung), obgleich er von der Idee des „flesh-and-blood translators” (Pym 2008) unmittelbar impliziert wird und die körperliche Dimension in diesem Rahmen prinzipiell einen substanziellen Forschungsteilbereich innerhalb der Translationswissenschaften bzw. im Feld der TranslatOR Studies bilden kann und sollte. So argumentieren Ivancic/Zepter, dass der kognitive Akt des Übersetzens adäquater als ‚körperlich verankert‘ (embedded in a body) zu fassen ist  ̶  derart, dass die emotionalen und physisch-sinnlichen Ebenen zur Ressource im Übersetzungsprozess werden. Daraus ergibt sich eine Perspektive, die gleichfalls relevante Implikationen für eine gleichgewichtig kognitiv und sinnlich orientierte Übersetzungs-, Zweit- und Fremdsprachendidaktik bereithält.
Im November 2019 richteten Ivancic/Zepter eine internationale, interdisziplinäre Tagung zum Thema „Übersetzen als Schlüsselfähigkeit im europäischen Dialog: Der Körper als Ressource für Sprachgefühl und Empathie“ aus, an der neben Forscherinnen und Forschern aus den Bereichen Sprachdidaktik, Fremdsprachendidaktik und Übersetzungstheorie sowie Psychologie und Kognitionswissenschaften auch Vertreterinnen und Vertreter aus der Übersetzungspraxis und mehrsprachige Schriftstellerinnen und Schriftsteller teilgenommen haben. Die Tagung wurde vom Deutsch-Italienischen Zentrum für Europäische Exzellenz in Kooperation mit der DFG im Rahmen der 2019-Ausschreibung zur Deutsch-Italienischen Zusammenarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften in vollem Umfang finanziert (Auswahl der Förderung durch die DFG) und fand in der Villa Vigoni (Italien) statt. Für 2020 ist im Anschluss an die Tagung eine Publikation mit Beiträgen der Teilnehmenden (Herausgeberinnen Ivancic und Zepter) sowie die Bildung einer interdisplinären Forscher*innengruppe in Planung.

 

Lehrprojekte und wissenschaftliche Beratung


Kooperationsprojekt ‚Sprachliche Bildung' (Start 2002; Mitarbeit Zepter seit 2014)

Kooperationspartner:

  • Mercator Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache (Leitung: Prof. Dr. Becker-Mrotzek)
  • Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration Köln (ZMI)
  • Lernende Region-Netzwerk Köln e.V.
  • ZuS (Heterogenität und Inklusion gestalten – Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung)

Das Kooperationsprojekt Sprachliche Bildung verknüpft eine praxisgebundene Ausbildung von Lehramtsstudierenden im Bereich Deutsch als Zweitsprache mit der sprachlichen Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte. Die übergreifenden Projektziele sind:

  • eine zugleich theoretisch fundierte und praxisnahe Ausbildung von Lehramtsstudierenden
  • die Unterstützung von Schulen bei der sprachlichen Förderung ihrer Schüler/-innen
  • empirische Forschung im Kontext von Deutsch als Zweitsprache

 Im Fokus der Mitarbeit (Zepter) stehen die folgenden Teilprojekte: 

  • Feriensprachschulen für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler
  • Pilotierung im WS 2016/2017: Masterseminare „EINS – Den Einstieg erleichtern: Sprachlich-literarische Förderung von neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern“
     

Verbundprojekt QuisS mit BiSS ─ ‚Qualität in sprachheterogenen Schulen‘ mit ‚Bildung durch Sprache und Schrift‘: Weiterentwicklung des Konzepts DemeK (Deutschlernen in mehrsprachigen Klassen der Grundschule) für die SEK (2014 ─ 2019)

Verbundpartner:

  • Bezirksregierung Köln: Dr. Petra Heinrichs, Birthe Hahn, Christiane Wengmann
  • Universität zu Köln: Prof. Dr. Alexandra L. Zepter (Funktion: wissenschaftliche Beratung)
  • Kommunales Integrationszentrum Düren
  • Mehrere Gesamt- und Realschulen in Köln, Aachen und Düren

Das Verbundprojekt QuisS mit BiSS (2014 ─ 2019) zielte ab auf die Implementierung sprachlicher Förderung im Regelunterricht der Jahrgänge 5 und 6 an Gesamtschulen und Realschulen im QuisS-Programmgebiet der Bezirksregierung Köln. Dafür wurden an ausgewählten Schulen des BiSS-Verbundes theoriefundierte Konzepte zur systematischen sprachlichen Förderung möglichst aller Schülerinnen und Schüler in möglichst vielen Fächern erprobt und fortentwickelt. Im Zentrum standen der Umgang mit literarischen Texten und mit Sachtexten im Deutschunterricht und auch im sonstigen Fachunterricht. Methodischer Ausgangspunkt waren die DemeK- Sprachfördermethoden wie Chunk-Lernen, Generative Textproduktion und Grammatiksensibilisierung, die sich in der Praxis der Grundschule für DaZ-Lernende bewährt haben, für den Zielkontext jedoch bedarfsgerecht weiterzuentwickeln sind. Gemeinsame Voraussetzung der BiSS-Schulen war die bereits erfolgte Einführung eines sprachsensiblen Deutschunterrichts für die Klassen 5 und 6 seit dem Schuljahr 2011/12; an allen ausgewählten Schulen unterrichten entsprechend fortgebildete DemeK-Lehrkräfte.
Im Zuge des Projekts wurden mehrere Themenhefte entwickelt, die sich jeweils unterschiedlichen sprachlichen Handlungsbereichen bzw. Operatoren widmen: ‚Beschreiben‘ (2015), ‚Begründen und Argumentieren‘ (2016), ‚Erzählen in Märchen‘ (2017), ‚Darstellen und Präsentieren‘ (2018/19). Alle Themenhefte wurden nach Multiplikatoren-Fortbildungen auf breiterer Basis in BiSS-Schulen erprobt und auf dieser Basis sukzessive optimiert.

Nach Abschluss des Projekts bleibt die wissenschaftliche Beratungstätigkeit im Rahmen von QuisS und der diesbezüglichen Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Köln (Dr. Petra Heinrichs, Birthe Hahn, Christiane Wengmann) auch weiterhin bestehen.

Davon unabhängig plant Zepter in Kooperation mit Dr. Necle Bulut im Rahmen des Projekts EvameK die empirische Evaluation im Längsschnitt von 5. und 6. Klassen einer Dürener-QuisS-Schule, die die DemeK-Methoden in den Regeldeutschunterricht seit dem Schuljahr 2011/12 integriert haben.