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Frank Münschke

Thema: Außenseiterfiguren im deutschen Jugendfilm (der Gegenwart)

Betreuer/in: Prof. Dr. Michael Staiger (Erstbetreuung) und Prof. Dr. Gabrielle von Glasenapp (Zweitbetreuung)

Abstract: Außenseitertum stellt ein gängiges Sujet des Jugendfilms dar, allerdings besteht ein Forschungsdesiderat, dem sich dieses Promotionsprojekt annehmen möchte. Der Fokus liegt dabei auf dem aktuellen deutschen Jugendfilm, denn es ist auffällig, dass ab dem Beginn des neuen Jahrtausends vermehrt „existentielle“, also unfreiwillige Außenseiterfiguren in deutschen Jugendfilmproduktionen filmisch verhandelt werden.

Folgende Fragen stehen im Zentrum der Arbeit und werden anhand aktueller deutscher Jugendfilme untersucht: 1. Warum werden jugendliche Figuren ausgegrenzt? Wie kommt es zu einer negativen Zuschreibung durch „Andere“ bzw. durch eine soziale Gruppe? 2. Wie gehen die Außenseiterfiguren mit ihrer zugeschriebenen Rolle um? 3. Neben diesen inhaltlichen Aspekten werden formale Fragen von besonderem Interesse sein: Welche audiovisuellen Strategien finden Anwendung, um Außenseitertum darzustellen? Wie wird die Figur des Außenseiters filmisch inszeniert und wie wird der Prozess der Ausgrenzung filmisch umgesetzt? Gibt es Überschneidungen in den audiovisuellen Darstellungsformen von Außenseiterfiguren?

Im ersten Schritt werden in einem filmhistorischen Kapitel Außenseitertypen im internationalen Jugend- und Coming-of-Age-Film ausgearbeitet und systematisch erfasst, beginnend mit Nicholas Rays „Rebel Without a Cause“ (1955). Im zweiten Schritt folgt ein theoretisch ausgerichtetes Kapitel, in welchem der „existentielle“ Außenseiter definiert wird. Mithilfe vorhandener Ansätze und unter Hinzunahme soziologischer Zuschreibungstheorien soll im Anschluss ein filmisches Analyseraster entwickelt werden. Im dritten Teil der Arbeit folgen Einzelanalysen exemplarischer deutscher Jugendfilme der Gegenwart.

 

Voraussichtlicher Abschluss: Ende 2020