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Titel: Lernerseitige mentale Repräsentationen der grammatischen Kategorien Genus und Wort. Konzeptualisierung, Entwicklungsverläufe und didaktische Implikationen.(Arbeitstitel)

Betreuer: Prof. Dr. Thorsten Pohl

Abstract: Das Dissertationsprojekt erforscht basierend auf einer explorativen, longitudinal zu interpretierenden Querschnittsstudie exemplarisch unterschiedliche ‚Definitionen‘ zweier ausgewählter linguistischer Kategorien (Genus und Wort) durch Lerner sowie deren Veränderungen während der Schulzeit, um daraus eventuell anschließend ein Modell ableiten zu können, das die vermutete Entwicklung der mentalen Repräsentationen nachvollziehbar werden lässt. Es basiert damit auf der These, dass grammatische Kategorien nicht als Ganzes erlernt, sondern mittels vielschichtiger Epistemisierungsprozesse erworben werden, und die Konzepte von grammatischen Kategorien in den Köpfen der Lerner nur bedingt übereinstimmen müssen mit denen, die ihnen in der Schule vermittelt werden – gleichwohl sie Implikationen für den Grammatikunterricht besäßen. Mit dem Vorhaben wird dadurch einerseits der Fokus der Grammatikdidaktik um eine entwicklungs­sensitive Lernerperspektive ergänzt, andererseits an die frühkindliche Sprachbewusstheitsforschung angeknüpft, insofern die Veränderung der explizierten Vorstellungen von und die impliziten Wissensbestände zu grammatischen Kategorien über den Zeitpunkt des Schriftspracherwerbs hinaus bis zum Beginn des Studiums weiter erforscht werden. Dafür werden Konzepte und Methoden des conceptual change aus den naturwissenschaftlichen Fachdidaktiken berücksichtigt, um mittels impulsinduzierter, gelenkter Interviews, welche videografiert, transkribiert und qualitativ ausgewerteten werden sollen, an die notwendige empirische Datengrundlage zu kommen.