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Dr. Daniela A. Frickel

BetreuerInnen: Prof. Dr. Gerhard Rupp (RUB), Prof. Dr. Gabriele von Glasenapp

Thema: Textschwierigkeiten und Verstehensanforderungen literarischer Texte am Beispiel Kleiner Prosa. Eine text-leser-kontexttheoretische Modellierung im Hinblick auf die Gestaltung inklusiver Lehr- und Lernprozesse (Arbeitstitel)

Abstract: Textschwierigkeiten und Verstehensanforderungen literarischer Texte analysieren zu können, bildet den Ausgangspunkt für eine reflektierte und systematische didaktisch-methodische Unterrichtsplanung und Diagnose von Lesekompetenz. Nachdem diese Kernstelle literaturdidaktischer Arbeit und empirischer Leseforschung viele Jahre – insb. auch im Rahmen der Schulleistungsstudien – unbeachtet blieb, hat sich in den letzten Jahren ein kleiner Diskurs hierzu entwickelt, in dem sich das Forschungsprojekt positioniert.

Die Modellierung von Textschwierigkeit setzt interdisziplinär an, indem literaturwissenschaftliche und linguistische Texttheorien mit literaturdidaktischen Konzepten, inbs. aber kognitionswissenschaftlichen Theorien und Befunden zusammengeführt werden. Ziel ist es, eine Textlupe zu entwickeln, die Kriterien für die Erörterung einer Schwierigkeit literarischer Texte im Hinblick auf eine konkrete Lerngruppe bereithält. Damit verortet sich dieses Projekt auch im Themenfeld fachspezifische Lehrerkompetenz, das aufgrund des angezeigten Desiderats gegenwärtig wieder Beachtung erfährt.

Insofern ein solches Instrumentarium auch die Möglichkeit zur Analyse spezieller Lernbedingungen und zur Entwicklung individueller Lehr- und Lernkonzepte bietet, ist hierin eine Anschließbarkeit an den Themenbereich der Inklusion bzw. förderpädagogische Konzepte gegeben, die auf Forschungen zur Textverständlichkeit zurückgreifen und Leseleichtigkeit fokussieren. Somit berührt das Projekt auch die Frage nach einer „Lektüre light“, wie sie jüngst mit dem Fokus auf Lektürehilfen geführt wurde.

Mit der Konzentration auf Kleine Prosa, die traditionell einen zentralen Gegenstand des Deutschunterrichts bildet und die hier hinsichtlich ihrer textseitigen Verstehensanforderungen, rezipientenseitigen Voraussetzungen und weitere kontextueller Einflussfaktoren untersucht werden soll, geht damit auch eine gattungstheoretische Profilierung der diesem Textfeld zugeordneten Texte einher, an die sich eine Erörterung der Bedeutung von Gattungs- resp. Textmusterwissen für literarisches Verstehen und Fragen der Didaktisierung und Aufgabenentwicklung anschließen.