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Umbrüche und Aufbrüche 1918-2018

Das östliche Mitteleuropa als Ort und Gegenstand interkultureller literarischer Lernprozesse

Deutschsprachige Literaturen, welche die spezifischen lokalen Eigenheiten multiethnischer nordost-, ostmittel- und südosteuropäischer Gesellschaften aufgreifen, erhalten seit einigen Jahren nicht nur vermehrte öffentliche, sondern auch literaturwissenschaftliche Aufmerksamkeit: so sprechen Haines / Holden (2015) von einem „Eastern turn in contemporary German-language literature“. Viele inzwischen in Deutschland lebende Autoren und Autorinnen mit Migrationserfahrungen innerhalb und aus diesen Räumen, darunter zahlreiche Preisträger und Preisträgerinnen, bestärken diesen Eindruck. Unlängst (2017) widmete sich eine literaturwissenschaftliche Fachtagung ausschließlich dem Thema „Migrationsvordergrund – Provinzhintergrund: Deutschsprachige (Welt-)Literatur aus Osteuropa“. Erklärungen für diese Entwicklung, die Bestimmung des Bezugsraums und des Verhältnisses von literarischen Themen, Motiven und Strukturen, Autorbiographien, Literaturmärkten und anderen Kontexten bleiben kontrovers.

Hier will die Tagung den Blick auf die Gegenstände weiten, indem sie die heutigen Umbrüche und Aufbrüche, die im Kontext von Globalisierung, Migration und erstarkenden Nationalkonservatismen in West und Ost erfolgen, mit den Ereignissen vor hundert Jahren im Umfeld des Zusammenbruchs des multiethnischen Habsburgerreiches und der Entstehung vieler neuer Nationalstaaten im östlichen Mitteleuropa in einen Zusammenhang bringt

Darüber hinaus strebt die Tagung insbesondere an, die aus dem östlichen Mitteleuropa kommenden Impulse für die Weiterentwicklung einer inter- und transkulturellen Literaturdidaktik aufzugreifen. Im Hinblick auf die gesellschaftliche Aufgabe einer Erneuerung der Europa-Idee bieten die seit jeher und auch heute noch stark verschränkten Eigen- und Fremdbilder mitteleuropäischer Kulturen ein großes literaturdidaktisches Potenzial.

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