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Projekte

Forschungsschwerpunkte: Zweitspracherwerb, Didaktik des Unterrichts Deutsch als Zweitsprache, Inklusion

 

(1)  Habilitationsprojekt „Erwerb des Deutschen als Zweitsprache durch Kinder und Jugendliche russischer Erstsprache. Bedingungen und Verläufe“ (Betreuung: Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek)

 

Das Erkenntnisinteresse liegt insbesondere in der Erforschung der Zweitspracherwerbssituation der o. g. Zielgruppe. Es wird exploriert, in welchem Zusammenhang die zweitsprachliche Kompetenz dieser Kinder und Jugendlichen mit den ausgewählten Einflussfaktoren auf den Zweitspracherwerb steht, die Rolle dieser Faktoren wird interpretiert und ihre indikatorische Aussagekraft bewertet. Im Rahmen des Projektes wurden folgende empirische Daten zu Proband/innen erhoben: soziodemographische Daten (Elternfragebögen), Daten zu den Erwerbs- und Nutzungsbedingungen der Zweitsprache Deutsch (problemzentrierte Leitfadeninterviews), Daten zum Arbeitsgedächtnis und Sprachverarbeitungsgeschwindigkeit (WISC IV), Sprachkompetenz in der Zweitsprache Deutsch (ADST, schriftliche und mündliche Textproduktionsaufgaben, Grammatiktest Gebele).

 

(2) seit 2018 Forschungsprojekt „SpiGU ─ Sprachsensibel Lehren und Lernen im inklusiven Geographieunterricht: Unterstützungsformate beim materialgestützten argumentativen Schreiben (Projektleitung: Prof. Dr. Alexandra Budke, Dr. Diana Gebele, Prof. Dr. Alexandra L. Zepter)

Gefördert aus dem Innovationspool Sonderpädagogik der Universität zu Köln

Obgleich das Desiderat einer (bildungs-)sprachsensiblen Gestaltung des schulischen (Fach-)Unterrichts in den einschlägigen Diskursen zunehmend Beachtung erfährt, werden die Möglichkeiten für die Aneignung bildungs- und fachsprachlicher Kompetenzen in inklusiven Lernsettings bis dato nur selten diskutiert. Hier setzt SpiGU an und nimmt das materialgestützte argumentative Schreiben zu geographischen Themen in den Fokus. Obwohl grundlegend für den Geographieunterricht, ist die Entwicklung von fachlichen Belegen für Argumentationen aus unterschiedlichen Materialien (u.a. Diagramme, Karten, Texte, Statistiken) noch kaum erforscht; auch umfängliche, empirisch fundierte Erkenntnisse zu Schreibprozessen im Geographieunterricht gibt es noch nicht.

Ziel von SpiGU ist es, zu ermitteln, wie unterschiedliche Schüler/innen in einer inklusiven Sekundarstufe I die Fähigkeit erlangen können, Material so zu nutzen, dass verschiedene Perspektiven auf einen geographischen Fachgegenstand erkannt und verstanden, eine schlüssige Argumentation der eigenen Sichtweise entwickelt und sprachlich (schriftlich) zum Ausdruck gebracht werden. Dafür wählt SpiGU exemplarisch das Thema Raumgestaltung, bei dem in der 8. Jahrgangstufe räumliche Nutzungskonflikte zu ermitteln und die Sichtweisen von am Planungsprozess beteiligten Akteuren zu durchdringen sind, sowie weiterführend ein eigener Standpunkt argumentativ zu entwickeln ist.

Eine zentrale Herausforderung bei einer solch komplexen Aufgabe besteht darin, allen Schüler*innen unabhängig von ihren individuellen Lernausgangslagen Teilhabe und Lernfortschritt zu ermöglichen. Um genauer zu verstehen, wie dies erreicht werden kann, werden zunächst die Herausforderungen unterschiedlicher Schüler/innen beim materialgestützten argumentativen Schreiben in einer inklusiven Klasse erhoben. Auf der Grundlage der Ergebnisse entwickelt und erprobt SpiGU verschiedene Unterstützungsformate in den Bereichen Lesen sowie Planen und Formulieren von argumentativen Texten. Zweck der Unterstützungsformate ist es, den komplexen Prozess der Materialbearbeitung zu entlasten und abgestimmte Förderangebote zu schaffen.

SpiGU verknüpft das Forschungsprojekt mit einem Lehrprojekt, indem Studierende im Lehramt Sonderpädagogik im Rahmen von interdisziplinären Seminaren in die Entwicklung und Erprobung der Unterstützungsformate mit einbezogen werden.

(3)  Kooperationsprojekt „Sprachliche Bildung“ (Projekteitung: Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek)

Kooperationspartner:

  • Mercator Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache
  • Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration (Bezirksregierung Köln und Stadt Köln)
  • 50 Schulen in Köln und Umgebung
  • Language Lab und Media Lab der Zukunftsstrategie LehrerInnenbildung der Universität zu Köln

Das Kooperationsprojekt „Sprachliche Bildung“ verknüpft eine praxisgebundene Ausbildung von Lehramtsstudierenden im Bereich Deutsch als Zweitsprache mit der sprachlichen Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte. Das Kooperationsprojekt setzt sich aus insgesamt vier Teilprojekten zusammen:

  • EINS: Den Einstieg erleichtern: Sprachlich-literarische Förderung von neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern
  • Kleeblatt: Förderung der sprachlich-literarischen Kompetenzen in der Primarstufe
  • Sprachförderung in der Sekundarstufe I
  • In den Ferienschulen werden (neu)zugewanderte Schülerinnen und Schüler über zwei Wochen hinweg sprachlich gefördert.